Suchfunktion Home Inhaltsverzeichnis Notfallmedizin, Einsatztaktik bei Großereignissen

002 - Notfallmedizin/Handlungsablauf: Viele Verletzte


Inhalt
  • Lage einschätzen
  • Gefahren erkennen
  • Verletztenzahl
  • Erste Maßnahme
  • 2.Notarztteam
  • Bergetriage organisieren
  • TRIAGE
  • Alarmierungsplan

    Viele Verletzte

    Die medizinische Versorgung in außergewöhnlichen Lagen erfordert Hilfe mitunter auch im außerrechtlichen Bereich, Zwang zur Patientenselektion (Triage), mehrphasig, etappenweise Versorgung und medizinische Hilfe in Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen.

    Details und weiteres Vorgehen sind durch die Landeskatastrophenabteilung festgelegt worden.

    " Durchführungsbestimmungen des ÖRK - Landesverband Salzburg "

    Der LNA übernimmt in diesem Zusammenhang die Koordination der Notärzte mit dem ÖRK und anderen Rettungsorganisationen.


    Handlungsablauf

    Alarmierung durch die Leitstelle

    Während der Fahrt zum Notfallort werden nach Bekanntgabe des Vorfalls durch die Leitstelle mögliche einsatztaktische Maßnahmen zwischen Notfallsanitäter und Notarzt abgesprochen ! Anzahl und Art der zum Notfallort beorderte Rettungsmittel können über Funk mitgehört und in die einsatztaktischen Überlegungen miteinbezogen werden.
    Immer wird auch ein Einsatzleiter des Roten Kreuzes (Pongau1 bzw. P2) bei derartigen Großereignissen über die Leitstelle angefordert.

    Einsatztaktik absprechen !


    Eintreffen am Notfallort

    Einschätzen der Gesamtsituation
    • Auf Distanz anhalten -
      Gefahren abschätzen
    • Was ist passiert?
    • Überblick verschaffen
    • Lagemeldung an Leitstelle
    • Triageplatz festlegen
    • Rettungsfahrzeuge
      einweisen

    Ist noch kein Einsatzleiter vor Ort, übernimmt das NEF-Team nach Eintreffen beim Großschadensereignis zunächst die Gesamteinsatzleitung!

    NEF-Arzt: Nach Eintreffen am Notfallort nimmt der Arzt NUR die PLS-Karten mit. Er übernimmt zunächst die Funktion des Leitenden Notarztes - Kennzeichnung: LNA - verschafft sich einen Überblick und bestimmt nach Möglichkeit schon einen Triageplatz!

    Notfallsanitäter: Der Notfallsanitäter nimmt NUR das Handfunkgerät und evtl. einen Notizblock. Er übernimmt die Einsatzleitung - Jacke: Einsatzleiter - gibt die Lagemeldung an die Leitstelle durch und und organisiert den Aufbau einer SanHiST.

    NEF - Team übernimmt zunächst die Einsatzleitung !

    Lagebeurteilung

    Gefahren erkennen!
    • Bedarf an speziellen Mitteln ?
      - San-Anhänger?
      - KAT-Zug?
      - Feuerwehr?
    • Hubschrauberlandeplatz?
    • Wetter vor Ort?

    Schon bei der Anfahrt zum Notfallort sind evtl. Gefahrenmomente (?) erkennbar wie umgestürzte Tankwagen, Treibstoff auf der Straße, stromführende Leitungen oder gar radioaktive Strahlung.

    Entsprechende Einsatzmittel sollten möglichst rasch über die Leitstelle angefordert werden. Bei sichtlich schwieriger Bergung gleich auch einen Bergekran anfordern.

    Gefahr erkennen ?!

    Bei Gefahr nicht bis zum Notfallort vordringen noch bevor Gendarmerie und Feuerwehr vor Ort sind - schon gar nicht bei unsicherer Lage in einem Tunnel einfahren, sondern am Tunnelportal bleiben und Lagebericht abwarten. Meist kann der Tunnelwart via Kamera die Unfallstelle einsehen und entsprechend Auskunft geben. Unbedingt das Eintreffen der Feuerwehr abwarten.
    Beachte die Wetterlage - sie hat entscheidenden Einfluss auf die weitere Organisation.

    Gefahrenstelle NICHT betreten !!


    Anzahl der Verletzten?

    Wieviel Verletzte?
    • Wieviel Schwerverletzte ?
      0 - 3
      4 - 10
      viele
    • Wieviel Leichtverletzte ?
      wenig - viele
    • Großschadensereignis ?
      Individualversorgung möglich ?
    • Weiteres Notarztteam
      bzw. Ärzte notwendig ?

    2. Notarzt-Team: Der zweiteintreffende Notarzt übernimmt die Bergetriage. Bei der Beurteilung der Schwere von Verletzungen wird neben der ersten Hilfe - z.B. Bewusstlose auf die Seite drehen - zunächst nur bei jenen eine PLS-Karte angebracht, welche eine sofortige Behandlung brauchen (Triagegruppe I). Sie haben Bergepriorität. Die PLS-Karte wird bei der Bergetriage NICHT beschriftet!

    Notfallsanitäter: Er sollte NUR mit einem Handfunkgerät und evtl. einen Notizblock den Triagearzt begleiten. Im Großereignis hat die Organisation vor der Individualversorgung Priorität.

    Pro schwerverletzter Patient ist ein Notarzt-Team erforderlich. Bei mehr als 3 Schwerverletzten sind Notarzt-Teams auch von anderen Bezirken anzufordern und gleichzeitig ein LNA zu verständigen.
    Bei unüberschaubaren Großereignissen wird die Bezirkshauptmannschaft in das Unfallgeschehen mit einbezogen.

    SanHiST organisieren

    Im Großschadensfall immer den Aufbau einer SanHiST organisieren!!

    Erste Organisation
    • Weiteres Notarztteam anfordern
    • Aufbau einer SanHist veranlassen
    • Triageplatz festlegen
    • Hubschrauberlandeplatz bestimmen
    • Rettungsfahrzeuge einweisen
    • Bergetriage organisieren

    NEF-Notarzt übernimmt die ärztliche Gesamt-Leitung und kann die Funktion an den nachkommenden LNA abgeben. Bei mehr als 3 Schwerverletzte sollte immer ein LNA angefordert werden. Der NEF-Notarzt bleibt nach Eintreffen des LNA ärztlichen SanHist-Leiter!

    NEF-Notfallsanitäter bleibt solange Einsatzleiter bis eine entsprechende Ablöse erfolgt. Danach sollte er die Funktion des Leiter-SanHiSt übernehmen.

    2. Notarztteam

    2. Notarzt-Team
    • Alarmierung: Notarzt und Notfallsanitäter werden über die Leitstelle verständigt.
    • Notfall-Ausrüstung: wird vom SANKA besorgt (Portier des KH-Schwarzach).
    • Treffpunkt: Notarzt - Notfallsanitäter - SANKA-Besatzung wird über die Leitstelle organisiert.

    Das nachkommende Notarztteam (= Arzt + Sanitäter) wird mit einem SANKA von einem vereinbarten Ort abgeholt und zum Unfallort gebracht (keinesfalls selbst hinfahren!).
    Der augewählte SANKA führt das gesamte Zubehör mit (KH-Schwarzach / Portier), welches für die Versorgung eines intensivpflichtigen Patienten notwendig ist.
    Ein Notfallsanitäter wird ebenfalls alarmiert und evtl. direkt zum Unfallort gebracht und/oder der alarmierten Besatzung zugeteilt!

    Merke: Nachalarmierte Notärzte (Notfallsanitäter) werden abgeholt (SANKA) oder fahren selbst zur nächstgelegenen Leitstelle !

    Nie selbst zur Unfallstelle fahren !

    Eintreffende Ersthelfer

    Der Notfallsanitäter muss sich als Einsatzleiter um die Einweisung der nachkommenden Rettungsfahrzeuge kümmern. Dafür muß ein ein Sanitäter abgestellt werden. Erst danach können Sanitäter für die Bergetriage bestimmt werden. Der Standort für die SanHiSt muss zu diesem Zeitpunkt schon fixiert sein.

    Der NEF-Arzt übernimmt den LNA und organisiert nach Eintreffen weiterer Notärzte die Bergetriage, die Triage und weiter die ärztliche Versorgung in der SanHiSt.


    Bergetriage organisieren

    Bergetriage organisieren
    • Bei der Bergetriage bekommen nur die Patienten der Triagegruppe-I und -II eine PLS-Karte (nicht beschriften).
    • Patienten der Triagegruppe-I werden als erstes aus dem Schadensraum zur SanHiST gebracht.
    • Patienten der Triagegruppe-IIa werden so rasch als möglich abtransportiert.

    Notfallsanitäter: NEF-Sani übernimmt die Einsatzleitung und organisiert den Aufbau einer SanHiST.

    Kennzeichnung » Einsatzleiter «

    NEF-Arzt übernimmt zunächst die Bergetriage. Dabei bekommen die Patienten der Triagegruppe I + IIa sofort eine PLS-Karte, welche nicht beschriftet wird (alle Patienten mit PLS-Karte haben nach Eintreffen der Hilfsmannschaften Bergepriorität und werden dann auch als erstes aus dem Schadensraum zur SanHiST gebracht und versorgt).

    PLS-Karten bei der Bergetriage NICHT beschriften!
    Bei Eintreffen nachkommender Notfall-Teams und Ärzte übernimmt der NEF-Arzt die Funktion des LNA.

    Kennzeichnung » LNA «

    Bergetriage durchführen

    Bergetriage am Schadensplatz
    • Pro Patient sollten nicht mehr als 1 min zur Erstdiagnose vergehen.
    • Nur Patienten der Triagegruppe I und IIa bekommen eine PLS-Karte im Schadensraum - NICHT beschriften!. Diese Maßnahme ermöglicht es den Helfern, dringliche Fälle vorrangig zu bergen.
    • Patienten der Triagegruppe-IIa werden sofort nach der Triage abtransportiert.

    Die Bergetriage dient dazu, Schwerverletzten mit guten Überlebenschancen rasch einer Versorgung zuzuführen. Dabei sollte bei der Diagnostik neben der erste Hilfe-Leistung pro Patient möglichst
    nur 1 Minute vergehen.

    Patienten der Triagegruppe I und IIa bekommen eine PLS-Karte und haben Bergepriorität - Sie werden zuerst geborgen und zum eigentlichen Triageplatz gebracht. Erst dort erfolgt die definitive Zuordnung zur Triagegruppe.

    Am Triageplatz sollten pro Patient nicht mehr als 3 min verwendet werden. Bei einer großen Verletztenzahl (z.B. Busunglück mit 50 Verletzten) vergehen dabei schon mal mehr als 2 Stunden. Ein 2.Triageplatz muss dann eingerichtet werden.

    Siehe weiter - TRIAGE


    Suche Home Inhaltsverzeichnis Triage Organisation

    Notfallmedizin - Großereignisse, Handlungsablauf
    © 20.1.2002 by Anton Ernst Lafenthaler
    m-alarm02