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206 - Notfallmedizin/Airway-Management: Intubationskomplikationen


Intubationskomplikationen

Beim Einführen des Spatels in den Hypopharynx und Aufsuchen der Stimmritze sind Verletzungen an Lippe und Zähnen möglich! In der Mundhöhle kann es bei frustranen Intubationsversuchen aufgrund Blutungen, Schleimansammlungen etc. zu Sichtbehinderung kommen. Sonnenstrahlen direkt auf den Spatel blenden derart, dass eine Intubation unmöglich werden kann. Die Physiognomie, Vorerkrankungen oder Gesichtsverletzungen können eine Intubation erschweren oder gar unmöglich machen.

Intubationskomplikation

Vorhersehbare Intubationsschwierigkeiten

Komplikationen
Lippen verletzen Vorsicht beim Einführen des Laryngoskops! Ober- und Unterlippe können dabei leicht zwischen Spatel und Zahnreihe eingequetscht werden!
Zähne ausbrechen CAVE: NIE hebeln beim Einstellen der Stimmritze, sondern ziehen des U-Kiefers nach vorne oben.
Blutungen im Mund Häufig bei trockenen Schleimhäuten; Herumstochern bei frustranen Intubationsversuchen.
Tubus verstopft Schleim, Erbrochens, Fremdkörper. Absaugen! - notfalls extubieren.
Tubus abgeknickt Häufig nach Anschließen des Beatmungsschlauches - Lagerung optimieren
Einseitige- bzw. Ösophagusintubation Der Tubus liegt immer rechtsseitig zu tief - siehe Bild unten!

Tubusfehllagen

Einseitige
Intubation
Einseitige Intubation

Einseitige Intubation kommt praktisch nur rechtsseitig vor, da der rechte Hauptbronchus im Winkel nur wenig von der Trachealachse abweicht, im Gegensatz zum linken Hauptbronchus.

Eine Ösophagusintubation muss sofort erkannt werden. Röchelndes Geräusch bei der Handbeatmung, Kein Heben des Thorax, Sättigungsabfall sind untrügliche Zeichen der Fehlintubation. Tubus wieder entfernen, manuell beatmen und neuerlicher Intubationsversuch!

Zeichen der Tubus-Fehllage

  • Nur der rechte Hemithorax belüftet
  • Beatmungsdruck steigt
  • Oxygenierung schlecht (Zyanose)
  • Patient unruhig - benötigt mehr Sedierung
  • Tubus ist augenscheinlich zu tief (22 mm Marke!!)
  • Allein Überstrecken und Beugen des Kopfes verschiebt den Tubus bis zu 4 cm in der Trachea. Die Kopf-Tief-Lagerung nähert die Bifurkation der Trachea dem Jugulum (um einige cm).

    Nach jedem Umlagern des Patienten - Tubuslage prüfen!

    Tubusfehllage

    Nach der Überprüfung der Tubuslage (Auskultation, seitengleiches Heben des Thorax bei Beatmung) wird der Tubus gut fixiert und anschließend neuerlich seine Lage überprüft.

    Tubusfehllage

    Bei trockener Haut wird mit 2 Plaster (rechts im Bild) fixiert. Bei Patienten mit Vollbart, blutigen und/oder schweißnassem Gesicht kann kein Pflaster verwendet werden. Hier wird mit PeHa-Haft fixiert.


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    Notfallmedizin/Airway-Management: Komplikationen
    © 21.1.2002 by Anton Ernst Lafenthaler
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